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Hallo Frau Nehls,

Moritz und ich möchten Ihnen und ihrem Team besinnliche Weihnachten und einen entschleunigten Rutsch in`s neue Jahr wünschen und auf diesem Weg auch einmal DANKE sagen. Die leckeren Kräuter und Globulis helfen wirklich toll. Moritz braucht jetzt nur noch eine viertel Tablette Prascent dank den Tees und Globulis und liebt die Kräuter in warmen Wasser              ( hmmmm einfach lecker…….)

Meine Besitzerin besprüht jeden Tag mein Heu und alles was großzügig um das Heunetz ist, mit Heustaub-Stopp, das riecht gut. Und seit wir auch noch auf den EVA-Matten schlafen, ist mein Husten praktisch weg und ich hatte schon lange keine Atemnot mehr, obwohl wir dichten Nebel hatten.Moritz sagt mir gerade, dass ich Ihnen noch ausrichten soll, dass er keine Pulsation mehr in seinen vorderen Hufen hat und er seit letzter Woche wieder am aktiven Training (20 Min Schritt, 5 bis 10 Min Trab) teilnimt und er darüber sehr froh ist, da seine Arthrose sich ja sonst noch hartnäckiger zeigt, denn mit fast 25 Jahren gehört man(n) ja nicht mehr zu den jungen Hüpfern…

Viele liebe Grüße und ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2015

Pamuya  und Moritz

(Katja Müller), Kontakt E-Mail

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Liebe Frau Nehls,

ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und all Ihren Tieren frohe Weihnachten und alles Gute für das Jahr 2015.

Vielen Dank für all Ihre Hilfe.

Liebe Grüße
Barbara Sahner, Kontakt E-Mail

Liebe Frau Nehls,

Desperadomein schönstes Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr habe ich durch Sie erhalten: Mein Pferd Desperado läuft durch Ihre homöopathischen Mittel und Kräuter wieder lahmfrei und freut sich seines Lebens! 🙂 Bereits nach einer Woche konnte man die erste Besserung erkennen. Ab diesem Moment ging es nur noch bergauf. Nun wage ich es wieder Pläne fürs nächste Jahr zu schmieden. Das habe ich nur Ihnen zu verdanken, Sie haben meinen Desperado gerettet! Vielen herzlichen Dank!

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein glückliches Jahr 2015, machen Sie weiter so!

Weihnachtliche Grüße,
Maria Krottenthaler mit Desperado, Kontakt E-Mail

Mit Paula`s Geschichte möchte ich den Startschuss geben und ab jetzt regelmäßig über Tierschicksale und Tiere, die in Not geraten sind und im Tierheilkundezentrum aufgenommen werden, erzählen. Mir ist es wichtig, dass man auch einmal hinter die Kulissen blicken kann und sehen kann, was mit den Überschüssen aus dem Tierheilkundezentrum so gemacht wird. Deshalb nehme ich mir einfach mal die Zeit, aus meiner ganz persönlichen Weise über meine Arbeit zu berichten.

Den Anfang macht Paula – fast schon unser neues Maskottchen und auf einigen Seiten mit schönen Babyfotos und inzwischen auch schon pubertären Jungspuntfotos zu bewundern. Aber der Reihe nach. Es ist wirklich eine fast unglaubliche Geschichte, glückerweise mit Happy End. Aber noch einmal möchte ich so etwas nicht durchmachen. Es ist selbst für mich immer noch unfassbar, wie achtlos die Bürokratie mit Lebewesen umgeht!

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Im Frühjahr dieses Jahres war mein Mann für eine Woche in der Türkei in Urlaub (wenigstens einer muss ja mal Urlaub machen;-) Plötzlich auf einer Hauptstraße sah er ein winzig kleines Hundebaby am Straßenrand umherlaufen. Er hielt an und glaubte, seinen Augen nicht zu trauen, es war ein Mädchen, ca. 3 Wochen alt und es taumelte mehr, als es ging. Vor Schwäche konnte es sich kaum noch auf den Beinen halten. Mein Mann machte in dieser Situation das zumindest für uns einzig Richtige: Er nahm das Hundebaby mit und peppelte die Kleine in den nächsten Tagen auf, was auch ganz gut (unter meiner telefonischen Anleitung;-) funktionierte. Als sich ihr Zustand schon ganz passabel darstellte, ging mein Mann mit ihr zum Tierarzt. Paula, so nannten wir sie, bekam nach einem Telefonat des Tierarztes mit dem zuständigen Veterinäramt alle Impfungen, die sie bereits in ihrem zarten Alter (wahrscheinlich…) verkraften konnte und wurde entwurmt und entfloht. Ein Tollwutimpfschutz darf erst frühestens im Alter von 12 Wochen erfolgen, daher musste auf diesen verzichtet werden. Paula hätte ihn nicht überlebt, das stand fest. Der Tierarzt und das Veterinäramt waren sich jedoch sicher, dass Paula, gerade weil sie noch so klein war, auch ohne den nötigen Tollwutimpfschutz einreisen darf, denn selbstverständlich sollte Paula mit ins Tierheilkundezentrum nach Deutschland. Obwohl ich ja bei meinen Tieren ein regelrechter „Impfgegner“ bin, kamen wir da nicht drum herum (manchmal muss man eben das kleinere Übel wählen und das waren für Paula die nötigen Impfungen und eine Zukunft in Deutschland…) Wir wollten Paula nicht ihrem Schicksal überlassen, welches in der Türkei nichts Gutes verhieß! Der Tierarzt und auch das Veterinäramt, sie glaubten wohl an die Menschlichkeit und Tierliebe unserer lieben deutschen Beamten vor dem Hintergrund, dass Paula noch so ein kleines Hundebaby war… Soweit schien erst einmal alles in Ordnung mit Hundebabys Impfpass und mit ihrem inzwischen recht stabilem Gesundheitszustand. Mein Mann und Paula traten also die Reise nach Deutschland an.

Das erste Problem gab es bereits am türkischen Flughafen, hier wollten die Zollbeamten Paula erst gar nicht ausreisen lassen, da sie meinten, Paula wäre ein Kangal und Kangals dürften bekanntlich die Türkei nicht verlassen. Mein Mann konnte sie allerdings davon überzeugen, dass Paula gar kein Kangal war, indem er typische Kangalmerkmale nannte, die Paula nun wirklich allesamt nicht aufwies. Paula ist einfach nur ein Mischlingspromenadenstraßenhundbaby. Das war also geschafft, sie durften erst mal ausreisen…

Bei der Ankunft am Flughafen in Deutschland kam dann allerdings das richtig böse Erwachen: Paula kam nicht durch den Zoll, da sie keinen Tollwutimpfschutz hatte! Mein Mann hatte nicht gewusst, welche Impfpapiere für die „Einfuhr“ notwendig sind bzw. hatte sich in der ganzen Aufregung und Sorge um das Hundebaby einfach auf den Tierarzt in der Türkei verlassen. Jetzt könnte man ja sagen, aber ich hätte das doch zumindest wissen müssen. Sie werden lachen, inzwischen ist das alles so kompliziert geworden, dass nicht einmal die Tierärzte – jedenfalls die, mit denen ich zahlreich in dieser Situation gesprochen habe – wissen, was wie und wann benötigt wird. Auch viele Tierschutzvereine und viele andere Menschen, die es wissen müssten, blicken in diesem Dschungel nicht mehr durch. So einfach ist das nicht… aber jetzt weiß ich Bescheid! Außerdem bin ich im Internet immer darauf gestoßen, dass es eine ganz große Ermessensfrage ist, insbesondere bei so jungen Hunden, wie mit diesen verfahren wird. Reisen sie beispielsweise mit ihrer Mama, benötigen sie gar keinen Impfschutz! Ja, wissen wir ja eigentlich, unsere ganze Gesetzgebung ist einzig und allein eine Ermessensfrage, hierauf stoße ich so oft… ganz im Ermessen desjenigen, auf den man gerade trifft! Man kann hier Glück haben oder auch Pech, ich hatte bereits beides häufig… Pech ist ganz schwierig, da der Amtsschimmel immer den längeren Arm hat. Man kann aber immer kämpfen und manchmal kann sich auch das lohnen, in Paulas Fall jedoch gab es erst gar nichts zu kämpfen, was jetzt kommt, war Gesetz, war Fakt, war ohne Diskussion und war derart unverschämt, unmenschlich und unfassbar, dass es mich trotz Happyend immer noch ärgert, dass wir uns das gefallen lassen mussten… Aber: 0 Chance!

Paula hing also am Zoll und der Zoll rief die Amtsveterinärin an, diese war auch gleich die Chefin der Abteilung. Nachdem mein Mann fast vor einem Nervenzusammenbruch stand, wie er mir immer wieder am Telefon erklärte, war ich trotzdem noch guter Dinge, als ich der Amtsveterinärin mitten in der Nacht am Telefon erklärte, dass ich den Welpen auch selber in Quarantäne nehmen kann oder meine Freundin, die Tierärztin ist. Was dann folgte, möchte ich hier nicht wiedergeben, denn schon wenn ich nur dran denke, könnte ich vor Wut platzen.

Meine Gesprächspartnerin war so unverschämt in ihrer Ausdrucksweise und wollte eigentlich überhaupt nicht mit mir sprechen. Auch würde mich das alles nichts angehen usw. Zu meinem Mann sagte sie wörtlich „was will denn die Alte am Telefon von mir?“

Mir erklärte sie barsch und böse, dass eine Quarantäne bis zu 1,5 Jahre dauern würde, sie überhaupt nicht gewillt ist, mit mir zu sprechen, geschweige denn zu diskutieren und dass sie Paula jetzt in Quarantäne nimmt, basta! Auch als ich von „meinem“ Hund sprach wurde mir erklärt, es sei gar nicht mein Hund, der Hund wäre jetzt vom Zoll beschlagnahmt. Als ich ihr versuchte zu erklären, dass der kleine Welpe alle 2 Stunden gefüttert werden müsse und sie als Tierärztin doch bestimmt im Sinne des Tieres entscheiden würde (heißer Tipp meiner Freundin, die ja Tierärztin ist…) legte sie den Telefonhörer auf, zack, das war`s dann jetzt!

Ich habe meinen Mann selten weinen gesehen, aber als er morgens ohne Hund nach Hause kam, war er dermaßen aufgelöst und weinte nur noch… Wir fühlten uns so ausgeliefert und hilflos dieser Behördenwillkür gegenüber, dass mir noch immer die Worte fehlen. Es hätte alles so viel einfacher sein können. Stattdessen sollte Paula bis zu 1,5 Jahre in Quarantäne bleiben. Die Inkubationszeit von Tollwut beträgt 2 – 10 Wochen. Warum also so eine lange Quarantänezeit? Noch nicht einmal den Ort wollte sie nennen. Was die Amtstierärztin meinem Mann dann am nächsten Tag noch erklärte (mit mir redete sie jetzt überhaupt nicht mehr…), war, dass sich die Kosten für dieses ganze Theater auf 10.000 bis 20.000 EUR belaufen würden, je nach Länge der Quarantäne! Und wir sollten uns überlegen, ob uns der Hund das wert sei, wahrscheinlich würde er die Quarantäne eh nicht überleben… Ohne Worte….

Es gab für uns zwei Möglichkeiten, wie uns die „freundliche Amtsveterinärin“ einen Tag später telefonisch erklärte. Ich muss dazu sagen, es war überhaupt super schwierig, sie telefonisch zu erreichen, dies alleine war schon eine Zumutung in dieser schrecklichen Situation. Sie erklärte uns, entweder würde Paula sofort mit oder ohne uns wieder in die Türkei ausgeführt oder sie bliebe in Quarantäne, wie lange, könnte sie nicht genau sagen, jedoch könnte diese bis zu 1,5 Jahre dauern. Hierzu muss ich sagen, dass Paula keinerlei Anzeichen für eine Tollwutinfektion hatte, sie hatte keine Bisswunden, offene Wunden oder ähnliches und war eh so klein, dass man sich kaum einen Kontakt mit einem von Tollwut befallenen Tier vorstellen konnte. Abgesehen davon, gab es keine Tollwut in dem Ort, wo mein Mann sie gefunden hatte (wir hatten dort extra beim zuständigen Amt nachgefragt) und darüber hinaus gibt es auch in der Türkei kaum noch Tollwut, zumindest, was die Urlaubsgebiete betrifft. Die Amtsveterinärin hingegen tat so, als hätte Paula den ganzen Flieger mit Tollwut angesteckt und es war geradezu ein Wunder, dass sie nicht sämtliche Fluggäste des Flugs unter Quarantäne gestellt hat. Also alles sehr stark übertrieben und völlig an den Haaren herbeigezogen, aber gut, der Amtsschimmel hat grundsätzlich recht und wir hatten keine Wahl!

Gesetz hin, Gesetz her, eine menschlichere Entscheidung und vorallem eine tiergerechte Entscheidung hätte hier durchaus in Form eines gangbaren Kompromisses und einer nachvollziehbaren Erklärung getroffen werden können. Eine 3-monatige Quarantäne beispielsweise wäre so ein gangbarer Weg für alle Beteiligten unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen gewesen. Aber mit dieser Frau war definitiv nicht zu reden und sie war dermaßen gegen alles eingestellt, dass es keine Möglichkeit eines besser zu akzeptierenden Weges gab!

Wieder zurück in die Türkei… aber, wohin? Es ist äußerst schwierig, eine Unterkunft mit Hund zu finden und so spontan geradezu unmöglich! Wir überlegten… Meinem Mann fiel sein Jugendfreund ein, der seit vielen Jahren mit seiner Frau in der Türkei lebt. Sie hatten Jahre keinen Kontakt. Er rief ihn an und fragte, ob er und seine Frau ihn einige Tage mit Paula aufnehmen könnten. Das klappte, super, eine Bleibe war schon mal gefunden! Also sofort den nächsten Flieger mit Hund gebucht, einen Termin, mal wieder mit vielen Schwierigkeiten der telefonischen Erreichbarkeit mit der Amtsveterinärin am Flughafen vereinbart zur Übergabe von Paula und noch kurz mit dem auch super unfreundlichen Flughafenzoll telefoniert. Der Zollmensch legte einfach auf, als ich ihm die Situation erklärte…

Gesagt getan, mitten in der Nacht aufgestanden und mein Mann zum Flughafen zur Übergabe von Paula (ich kann ja leider nie länger weg, daher musste er auch diesen Weg alleine gehen..) und wieder ab in die Türkei…

Schlimm zu sagen, aber dort war Paula wenigstens sicher vor der deutschen Behördenwillkür…

Gott sei Dank hatte Paula die Nacht alleine gut überstanden und freute sich überschwänglich, als sie meinen Mann wieder sah. Paula war in ihrer vollgekackten Kiste und die Amtsveterinärin übergab sie meinem Mann tatsächlich erst, als er eingecheckt hatte, es also kein Zurück mehr gab, sicher ist sicher!!

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Paula4Ich selber hatte die Kleine bisher ja noch gar nicht „live“ sehen dürfen. Mir blutete fast das Herz bei dem Gedanken, sie nun für lange Zeit gehen lassen zu müssen… Nun ging es wieder ab in die Türkei und die Beiden wohnten nun bei dem Jugendfreund meines Mannes mitten in der Stadt. Es war total nett von Ihnen, die beiden aufzunehmen, schließlich war Paula weder sauber, noch erzogen…

Leider musste Paula wieder aufgepäppelt werden, da sie durch die ganze Aufregung und einen Tag und eine Nacht alleine in Quarantäne Durchfall bekommen hatte. In den nächsten Tagen machte sich mein Mann nun auf die Suche nach einer dauerhaften und liebevollen Bleibe für Paula, so lange, bis sie „offiziell“ nach Deutschland einreisen darf. Mithilfe des befreundeten Ehepaares fanden wir einen sehr freundlichen, hilfsbereiten und renommierten türkischen Tierarzt, der sich bereit erklärte, Paula für die Dauer Ihres Aufenthaltes als „Pflegekind“ in seine Familie aufzunehmen. Als mir mein Mann dies abends am Telefon erzählte, kullerten mir vor Freude und Erleichterung ein paar dicke Tränen über die Wangen.

Paula5Nachdem Paula für sehr viel Geld beim türkischen Tierarzt untergebracht wurde, flog mein Mann wieder nach Deutschland. Wir mussten dann leider die Erfahrung machen, dass der Tierarzt leider gar nicht so nett zu Paula war und Paula nur in einem ca. 2 x 2 Meter großem Abteil im Keller untergebracht wurde. Spazieren durfte sie auch hier nicht, denn er verstand die Quarantäne mit Familienanschluss so, dass Paula dauerhaft alleine in ihrem Abteil hauste. Dies stellte mein Mann dann bei seinem Besuch von Paula 4 Wochen später fest. Seine Freunde kümmerten sich leider auch nicht, obwohl Paula nur wenige Schritte von ihrem Wohnsitz entfernt untergebracht war, zum Tierarzt war es geradezu ein „Katzensprung“. Paula war jedem einfach nur lästig! Sie blieb eingesperrt und in Einzelhaft bis auf die Tage, an denen mein Mann zu Besuch war und sie mit zu sich nahm.

Man kann das eigentlich alles gar nicht beschreiben. Wir hatten zu kämpfen mit allen, Taxifahrern, die keine Hunde mitnahmen, da sie unrein sind, Spaziergänger auf der Straße, die sich darüber beschwerten, dass ein Hund am Strand war, weil das Baby ja auch an den Strand gefahren würde, ein Tierarzt, der nicht einsehen wollte, dass Paula bei dieser Haltung Schaden nehmen würde, schließlich war sie voll im Wachstum und brauchte dringend die nötige Bewegung zum Muskel- und Knochenaufbau. Alles war einfach nur schrecklich. Aber die Zeit noch sehr lang. Paula musste so lange in der Türkei bleiben, bis sie ihre Tollwutimpfung, die Titerbestimmung und dann noch eine 3-monatige Wartezeit überstanden hat. Wie sollte das gehen?

Was ich eigentlich auch nicht verstehe: Tollwutimpfung, frühestens 6 Wochen nach der Impfung die Tollwuttiterbestimmung (der Titer muss eine bestimmte Höhe aufweisen, ist er zu niedrig, wird die Tolwutimpfung solange erneut durchgeführt, bis der Titer passt und die Zeit verlängert sich entsprechend durch erneute Titerbestimmung frühestens 6 Wochen nach dieser Impfung und dem dann folgenden Beginn der 3-monatigen Wartezeit) und dann noch mal 3 Monate Wartezeit, weil in dieser Zeit ja doch noch die Tollwut ausbrechen könnte… wie sicher ist denn eigentlich die Tollwutimpfung? Das könnte man anhand dieser Bestimmung ja auch einmal hinterfragen…

Plötzlich, mir kam das irgendwie schon ein bißchen komisch vor, da sie sich die ganzen Wochen kaum um Paula kümmerten, von zwei drei Besuchen einmal abgesehen, erklärte das befreundete Ehepaar, Paula mit in ihren mehrmonatigen Urlaub in einem Badeort in der Türkei nehmen zu wollen. Es gab inzwischen nur noch die Wartezeit. Paula hatte alles mit Bravour gemeistert, auch der Tollwuttiter passte für die Ausreise, alles bestens also, nur noch 3 Monate Wartezeit!

Mein Mann also wieder in die Türkei geflogen, Paula vom Tierarzt abgeholt und mit seinen Freunden in die Ferienwohnung. Ach, vergessen, für Paula musste ich noch eine extra Ferienwohnung bezahlen, da die Vermieterin (übrigens auch eine Deutsche, ich sehe, die deutschen Einwanderer passen sich den Türken ja prima an…) der Wohnanlage angeblich meinte, sie könne die zweite im Haus liegende Wohnung nicht vermieten, wenn ein Hund im Haus wäre. Also wieder in die Türkei, Tierarzt mal wieder bezahlt, Paula abgeholt und ab in den Ferienort.

Man muss sich vorstellen, die ganzen Entfernungen waren schon immens, es gab nicht immer Direktflüge, Paula und mein Mann mußten in Istanbul teilweise lange Wartezeiten meisten bis zum Weiterflug, dann mussten sie vom Flughafen abgeholt und weiter kutschiert werden usw.. Man bekommt in der Türkei nicht mal einen Mietwagen mit Hund… Es gab immer wieder viele Probleme, überhaupt diese ganzen Wege zu meistern, abgeholt zu werden, weiter kutschiert zu werden, Flüge zu meistern usw.. Einmal waren sie auf einem Weiterflug in einem Flugzeug, dass voll war wie ein Schulbus, es gab alleine wegen der weiten Entfernungen massig Probleme und Organisierungskünste…

Im Ferienort angekommen fiel meinem Mann sofort auf, dass Paula nicht laufen konnte. Sie lief einfach nur noch wenige Schritte und setzte sich dann hin. Da war bereits der Schaden am Bewegungsapparat von Paula eingetreten, den ich befürchtet hatte. Paula hatte einerseits 0 Muskulatur, einfach nichts, einfach nur Knochen ohne Muskeln, die den inzwischen schon ganz gut gewachsenen Hund irgendwie halten mussten und andererseits waren ihre Pfotenballen ohne jegliche Hornhaut, die waren nicht ein bisschen mit Hornhaut überzogen, sondern butterweich, da sie ausschließlich auf Beton gelegen hat. Alles tat ihr weh, Steinchen, Wärme, Sand, sie konnte sich kaum fortbewegen. Von hinten war sie total krumm und schief gewachsen, die Hüfte hing irgendwie am Hund rum ohne Befestigung. Man sah nur Haut und Knochen ohne Muskeln. Mein Mann musste Paula die ersten Tage nur tragen. Es dauerte Wochen, bis sie wieder ganz langsam das Laufen lernte, ein Wahnsinn, ein echter Wahnsinn. Dieser Tierarzt reist übrigens bis nach Cypern, um Hunde am Bewegungsapparat zu operieren, er war ein richtiger Experte auf diesem Gebiet. Was wollte er, sich mit Paula den nächsten Patienten sichern?

Gleich am nächsten Tag nach Ankunft im Ferienort stellte sich dann heraus, dass unsere Paula auch dort nur im Garten angebunden werden sollte, da die von uns bezahlte Ferienwohnung anderweitig vermietet werden sollte (irgendein Klüngel zwischen den Jugendfreunden und der Vermieterin…).

Prima, lachen oder heulen jetzt?

Mein Mann also mit Paula in der Türkei, ich in Deutschland. Ich musste hier irgendetwas organisieren, das war mir klar. Einige Stunden den Kopf zergrübelt, dann kam mir der Gedanke, dass ich einen meiner Mitarbeiter fragen könnte, ob er 3 Monate Langzeiturlaub mit Paula in der Türkei machen will. Gesagt, getan, er machte mit!

Jetzt aber wieder in der Türkei… Mein Mann musste jetzt eine Ferienwohnung für 3 Monate mit Hund suchen. Fast aussichtslos, kein Türke will Hunde in seiner Wohnung! Ich versuchte es von Deutschland aus, ging gar nicht! Er hat 4 Tage gesucht und nichts gefunden, dann ist er zum Makler, dieser konnte ihm zumindest eine ganz einfache aber ebenerdig liegende Wohnung anbieten mit Hund! Ein Wunder geradezu in der Türkei eine Ferienwohnung mit Hund zu bekommen und dann noch für 3 Monate komplett. Super, das war geschafft!

Ich war mittlerweile so verwirrt, dass ich meinem Mitarbeiter noch das falsche Abflugdatum mitgeteilt hatte (es sind immer Nachtflüge in die Türkei, fast immer…), Datum Tag und Nacht verwechselt. Dieser stand dann am Flughafen und der Flieger war weg! Es gab in dieser Geschichte nichts, was nur irgendwie glatt lief. Ich musste dann gleich wieder zwei Flüge umbuchen, einmal für meinen Mitarbeiter, einmal für meinen Mann, weil Paulas Übergabe ja am Flughafen stattfinden musste und mein Mann mit Paula nicht Tage auf meinen Mitarbeiter warten konnte und: Unterkunft mit Hund ja auch in der Nähe des Flughafens nicht angesagt war… Also beide Flüge passend umgebucht!

Probleme über Probleme…

Aber dann: Paulas Übergabe hat geklappt! Mein Mitarbeiter und Paula haben 3 schöne Monate in der super heißen Türkei verbracht und beide sind gesund und glücklich nach Deutschland heimgekehrt! Auch dort gab es natürlich das ein oder andere Problem für Paula, beispielsweise die vielen Straßenhunde, die sie angreifen wollten, Menschen, die Hunde aus „religiösen“ Gründen grundsätzlich nicht mögen, Zigeuner, die auf Hundeklau spezialisiert waren, böse Menschen, die Gift für Hunde auslegten und vieles mehr. Paula konnte sich auch dort nicht wirklich frei bewegen, hatte aber zumindest zum ersten Mal 100 Quadratmeter und eine kleine Terrasse zum Laufen ganz für sich! Luxus für Paula!

Doch noch ein Happy End für Paula…

Mein Mann flog natürlich noch mal in die Türkei, um mit beiden zurück nach Deutschland zu fliegen und die Zollabfertigung und vorab auch die nötigen Gesundheitszeugnisse für Paula selbst zu organisieren. Es gab dann noch einen Besuch mit Tierarzt (ja, wir mussten bis zum bitteren Ende gute Miene zum bösen Spiel machen, sonst hätten wir sie nämlich gar nicht rausbekommen…) und Paula und meinem Mann beim Veterinäramt, da Paula noch ein Gesundheitszeugnis benötigte. Auch mit dem befreundeten Ehepaar durften wir es uns nicht ganz verscherzen, nach wie vor waren wir auf sie und den Tierarzt angewiesen, mein Mann kannte sich in den Orten ja kaum aus und ohne sie, ihr Auto und perfektes türkisch ging da gar nix… Zu Menschen waren sie auch nach wie vor hilfsbereit, auch unserem Mitarbeiter standen sie immer wieder zur Seite, nur Paula war eben ein Hund und ein Hund war ihnen einfach lästig und sehr unbequem…

Aber auch die gute Miene zum bösen Spiel hat ganz gut geklappt, das hat mein Mann (nur für Paula…) gut gemeistert…

Ja und dann der zweite Versuch, mit Paula einzureisen… Sehr aufregend für alle Beteiligten. Wir hatten alle Angst, obwohl dieses Mal alles zu 100 % passte, aber: man weiß ja nie, wem man begegnet…

Dieses Mal suchten wir uns natürlich einen anderen Flughafen für die Ankunft aus, Ehrensache! Ganz unproblematisch ging`s jedoch auch dieses Mal nicht: Erst wollten die Türken Paula mal wieder nicht rauslassen, wegen Kangal natürlich… Paula war aber immer noch kein Kangal und das mussten sie auch dieses Mal einsehen nach Aufzählung der Kangal typischen Merkmale… Das war erst mal wieder geschafft! Vorab gab es auch noch einige Schwierigkeiten und Komplikationen beim Buchen des Fluges. Es war nämlich so, dass sich die Lage hier schon wieder in dieser kurzen Zeit geändert hatte, beim ersten Mal konnte ich noch schnell einen Flug mit Hund buchen, jetzt war es so, dass der Hund 3 Tage vorher angemeldet werden musste, sämtliche Papiere (die ja allesamt in der Türkei waren) zum Flughafen gefaxt bzw. gemailt werden mussten und man dann – wenn überhaupt – erst das o.K. zum Fliegen bekam. Andere Fluggesellschaften erklärten mir gleich am Telefon, sie würden keine Hunde mehr einfliegen. Woran liegts? An der schwierigen Situation Deutschland-Türkei? Keine Ahnung, vor einigen Monaten war zumindest das Buchen des Fluges noch ganz einfach… Nix mehr zum Flughafen mit Hund und rein in den Flieger, nein, vor 3 Tagen Wartezeit und Prüfung aller Papiere ging nix mehr. Hat aber alles geklappt, Paula durfte erst mal reisen, ihre Papiere waren dieses Mal ja auch zu 100 % in Ordnung!

Dann Deutschland: Paula wurde meinem Mann in Ihrer Kiste ausgehändigt, sie schrie fürchterlich und hatte Angst. Dieses Mal durfte Paula nicht, wie beim letzten Mal, neben meinem Mann in der Kabine Platz nehmen, nein, sie war definitiv zu groß und kam in den „Packraum“. Aber Paula steckte natürlich auch dies ganz tapfer weg. Wir nennen sie auch die Tapfere, weil sie alles ganz tapfer weggesteckt hat, egal was, Paula bleibt immer stark und kämpft um ihr Leben, gleich, gegen wen dieses Mal. Paula will einfach leben und das merkt man! So, wo waren wir stehen geblieben? Ankunft Deutschland. Ja, dieses Mal völlig andere Situation. Die nette junge Zollbeamtin hat Mitleid mit unserer schreienden Paula und Paula kommt ohne jedwede Probleme ganz schnell und praktisch durch den Zoll mit einem nur ganz oberflächlichem Blick auf ihre ach so vielen und vorallem sooo wichtigen Papiere, die sie mitführen musste und ohne Kontrolle ihres Chips, der sie überhaupt erst ausweist und zeigt, das sie auch der richtige Hund zum Papier ist! So unterschiedlich sind halt auch Zollbeamten…

Paulas Einreise war durch dieses ganze Theater und die so lange Zeit, die vielen Flüge, die Unterbringungen usw. so teuer, dass sämtliche Ersparnisse dabei draufgegangen sind. Aber, wisst Ihr was? Das ist mir völlig schnuppe, Hauptsache dieser kleine Hund, der es wirklich verdient hat, lebt jetzt sein eigenes kleines Hundeleben mit Spaß und Gesundheit und vielen Streichen (und natürlich Streicheleinheiten), die Paula täglich haufenweise drauf hat:-) Ganz egal, wir haben es jetzt geschafft und heute ist Paula ein gesunder junger Hund, glücklicherweise sieht es ganz so aus, als wenn sie keine Spätschäden behält. Die Muskulatur hat sich schön gebildet und sie wird von Woche zu Woche gerader!

Eine Sorge war noch, dass sie sich mit unseren anderen Tierheilkundezentrum Hunden nicht verstehen könnte, weil sie inzwischen schon so „alt“ war und der Welpenschutz wohl nicht mehr funktionierte. Glücklicherweise war diese Sorge aber völlig unbegründet: Nach einer ganz langsamen Eingewöhnungszeit mit ganz viel Geduld und vielen guten Ideen unsererseits sind alle Hunde inzwischen eine verschworene Gemeinschaft geworden und verstehen sich prima! Und immerhin: unsere Molli kommt ja auch aus der Türkei. Über Molli berichte ich Euch dann später mal…

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Gerade beim Stöbern fand ich mein schönstes Weihnachtsgeschenk, das war 2008, meine Güte, jetzt ist schon 2014, aber Silva geht es immer noch blendend und daher bleibt auch in diesem Jahr mein Weihnachtsgeschenk von Diana aktuell…

Liebe Claudia, Silva hat Dir zu Weihnachten 2008 etwas zu sagen: Dir Claudia…

Es ist noch gar nicht so lange her, im Sommer 2005, da hat fast geschlagen meine letzte Stund, da war ich plötzlich so krank und mein Frauchen hat so sehr um mich gebangt. Dann kamst Du, Du die Einzige unter den vielen Menschen, Du wusstest, was mir fehlt und hattest so viel Gutes für mich zu verschenken. Dank Dir und Deinem Mut, Deiner Hoffnung und Deinem Glauben, geht es mir heute wieder gut. Ich Silva, habe Dir viele Jahre meines Lebens zu verdanken, und bitte liebe Claudia, komm jetzt nicht ins Schwanken, denn es ist wahr, ich und mein Frauchen und viele andere meiner Rasse, haben Dir unendlich viel zu verdanken, sei Dir dessen gewahr. Mein Frauchen und ich denken oft still an Dich, denn Du bist uns ein so großer Segen, die Engel mögen Dich schützen auf all Deinen Wegen. Du hast mein Leben wieder lebenswert gemacht, auf unbestimmte Zeit, aber wer hätte das je gedacht. Mein Pferdeherz so voller Kraft, denkt an Dich und schlägt für Dich in liebevoller Dankbarkeit, für mein schönes Fellkleid, ohne Schmerzen und Wunden und dicken Beinen. Ich hoffe, es wird mir noch lange gut gehen, denn ich hab Euch so lieb, ich will noch ein Weilchen bestehen. Ich wünsche Dir, liebe Claudia, eine schöne Weihnacht, pass auch Du gut auf Dich auf und schmeiß alle, die uns nicht lieben über den Hauf, bis bald liebe Claudia, ein Engel über Dich wacht… Weihnachten 2008, Kontakt Silva und Diana 

Sicher fragt Ihr Euch, wer unser neues Fotomodell ist? Das ist Paula und Paula hat bereits eine sehr lange und traurige Geschichte hinter sich, obwohl Paula noch nicht einmal ein Jahr alt ist…

Sobald ich ein klein wenig „Luft“ habe, werde ich Euch Paulas Geschichte erzählen, momentan klappt`s mit der Zeit nicht… Aber: kein Problem: Paula wird Ihre Geschichte hier einfach selbst erzählen, ich werde sie gleich fragen, ob Sie Lust hat;-)

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